Was ist IAPsy?
Veränderte Lebensbedingungen und soziale Strukturen, ein hochtechnisiertes Umfeld mit all sein Anforderungen: All das, was das Leben in der heutigen westlichen Welt mit sich bringt, unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von einer ausgeglichenen, gesunden Lebensführung.
IAPsy integriert Methoden der modernen Psychotherapie (lösungsfokussierte Kurzzeit-Therapie, energetische Psychotherapie, systemische Aufstellungsarbeit, Hypnose) in die traditionellen ayurvedischen Behandlungsformen.
Dabei stehen zwei Ziele im Vordergrund: Zum einen die fachgerechte Anwendung des traditionellen Ayurveda, und zum anderen, die zeitlosen Prinzipien zu durchdringen und diese ebenso virtuos wie zeitgemäß umzusetzen und anzuwenden.
Die Integrierte Ayurvedische Psychotherapie (IAPsy) entstand aus der Zusammenarbeit zweier Therapeuten: Der Arzt Dr. med. Ramin Mobasseri und die Heilpraktikerin Petra Balschuweit begannen vor vielen Jahren unabhängig voneinander, psychotherapeutische Verfahren in die Lehre des Ayurveda zu integrieren. (Lesen Sie hier mehr über die Entstehungsgeschichte von IAPsy.)
Salutogenese, Ayurveda und IAPsy
Nach dem Salutogenese-Modell (nach Aaron Antonowsky) sind weder Krankheit noch Gesundheit ein statischer Zustand: Das Leben spielt sich in einem Kontinuum zwischen den beiden Polen Gesundheit/Wohlbefinden und Krankheit/Missempfinden ab. Auch IAPsy versteht die Entwicklung hin zur Gesundheit als einen Prozess: Die Grundhaltung des Individuums gegenüber sich selbst und der Welt spielt eine entscheidende Rolle dabei, die eigenen Ressourcen zu nutzen und Gesundheit zu erlangen.
Stadien der Krankheitsentstehung
Im klassischen Ayurveda die Entstehung einer Krankheit in sechs Stadien aufgeteilt:
- Anhäufung (Bsp.: zu viel Ärger in der Arbeit)
- Verunreinigung (Bsp.: dauernder Ärger beeinträchtigt Denken und Fühlen, Gedanken kreisen)
- Ausuferung (Bsp.: der Ärger verselbständigt sich)
- Zirkulation (Bsp.: gereizt, aggressiv in allen Lebensbereichen; dadurch andauernde Ausschüttung von Stresshormonen, undifferenzierte Symptomatik in verschiedenen Bereichen)
- Festsetzung (je nach Veranlagung (Prakruti), Verhalten und äußeren Lebensumständen bricht die Krankheit auf körperlicher und/oder psychischer Ebene aus. (Bsp. Magengeschwür, Depression, etc.) (Schulmedizinsch gesehen beginnt die Krankheit erst hier!)
- Komplikation (Bsp. Magenschwür blutet, Depression zieht weitere Verhaltensweisen nach sich, die zu neuen Symptomen und ggf. neuen Krankheiten führt)
Stadien der Gesundwerdung
Parallel zu diesen Stadien der Krank-Werdung beschreibt IAPsy die sechs Stadien der Gesund-Werdung:
- Gewahrwerdung dessen, was ist
- Annehmen und Akzeptieren des Selbst in der Situation
- Wunsch nach Gesundung
- Auflösen von Blockaden (Verhaltensweisen, Überzeugungen, etc.) und Aktivieren von Ressourcen
- Integration und Transfer der Veränderungen ins tägliche Leben
- Langfristige Erhaltung des Erreichten und selbständige Weiterbegleitung des Prozesses
Psychische Grundprinzipien im Ayurveda
Ayurveda – wörtlich „Wissenschaft des Lebens“ – ist eine traditionelle Heilkunst, deren Ursprung im heutigen Indien liegt. Sowohl mit der körperlichen als auch seelisch-geistigen Seite der Gesundheit beschäftigen sich Ayurveda-Anwender seit tausenden von Jahren.
Im traditionellen Ayurveda kennt man drei psychische Grundprinzipien: Rajas, Tamas und Sattva. Psychische Krankheiten entstehen durch eine Inbalance von Rajas oder Tamas bei gleichzeitiger Schwächung von Sattva. Das Ziel von IAPsy ist, Extreme von Rajas und Tamas abzubauen und die Selbstheilungskompetenz (Sattva) zu stärken.
- Rajas ist die Kraft, die die Indvidualität beschreibt und so die Abgrenzung von anderen Wesen schafft (Ego/Selbstbild). Auf emotionaler Ebene steht Rajas für alle dynamischen/feurigen Emotionen wie Leidenschaft, Dominanz, Begeisterung, Wut, Aggression, Tatkraft, Extroversion. Auf mentaler Ebene entspricht es der Willenskraft, der Zielstrebigkeit, der Fähigkeit zur Analyse und Abstraktion, Ergebnisorientiertheit und Durchsetzungskraft.
- Tamas ist die Fähigkeit sich als Teil eines größeren Systems zu begreifen und sich dieses einzufügen und gegebenfalls unterzuordnen. Es steht für den Wunsch nach Einordnung und Gruppen-(Familie/Gesellschaft/peer group)-Zugehörigkeit. Auf emotionaler Ebene steht Tamas für Bindungsfähigkeit, die Fähigkeit, Beziehungen einzugehen und zu pflegen, Introversion, und für statische Emotionen wie Passivität, Trägheit, Zögerlichkeit, Selbstmitleid und Neid. Auf mentaler Ebene steht Tamas für Erinnerungsvermögen, das Aktivieren von Ressourcen und die Kraft des Wunsches.
- Sattva ist Kraft der Evolution, der Integration und der Synthese. Sie schafft Balance und Ausgleich zwischen den beiden Polen Rajas und Tamas. Auf emotionaler Ebene steht Sattva für unbedingte Liebe, Freude, Ausgeglichenheit, Frieden und Harmonie; auf mentaler Ebene für Inspiration, Selbsterkenntnis, Persönlichkeitsentwicklung, Klarheit und Transzendenz.


